Frischer Wind beim KKMV Fehlheim

Von Christa Flasche

Unter der Leitung von Dirigent Uwe Techt spielte der Kirchenmusikverein vor vielen Zuhörern in der Kirche St. Laurentius in Bensheim.

Konzert im St. Laurentius
In der Kirche Sankt Laurentius fand das Konzert des Kirchenmusikvereins Fehlheim statt. © Thomas Neu

Bensheim. Sie haben vor kurzer Zeit ein Wochenende zum intensiven Proben genutzt und den Samstag und Sonntag gemeinsam in Gruppen geübt. Danach konnte das Konzert des Kirchenmusikvereins (KKMV) Fehlheim in St. Laurentius kommen. Der Einladung zum Konzert folgten viele Besucher und die Kirche war gut besetzt. Bereits zuvor gab es im Eingangsbereich Kinderpunsch und Glühwein zum Auf- und Erwärmen und ab 19 Uhr überzeugte das Nachwuchs-Schlagzeug-Ensemble mit seinem Können.

Unter der Leitung von Dirigent Uwe Techt spielte der KKMV ganz verschiedene Stücke. Er hatte für den Auftritt zudem komplett neue Werke herausgesucht, darunter
„Der Freischütz“ und „Donner und Blitz.“ Doch ebenso Stücke, die die Gruppe bereits lange in ihrem Repertoire hat, wurden dem Publikum präsentiert. Unter anderem ein Medley aus „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber. Die Rockoper wurde vor gut 54 Jahren in New York City uraufgeführt. Damals war Webber noch recht unbekannt. Tim Rice verfasste die Liedtexte in Anlehnung an die Bibelerzählungen der letzten sieben Tage Jesu. Die Rockoper schaffte es sogar ins Radio Vatikan.

Nicht weniger bekannt „Die Moldau“ von Bedrich Smetana, die der KKMV ebenfalls den Gästen in der Kirche darbot. Von der beschaulich plätschernden Quelle ging es musikalisch im Verlauf des Stücks über die in früheren Zeiten gefährlichen
Stromschnellen. Smetana hat diese Stromschnellen in seinem berühmten sinfonischen Gedicht „Die Moldau“ musikalisch hervorragend verewigt. Die Musik stellt die Gefahr und das tosende Wasser der Stromschnellen dar und an dieser Stelle kamen somit Schlagwerke und kraftvoll spielende Blechbläser zum Einsatz.

Ein Fluss stand auch bei Johann Strauß im Mittelpunkt. Der Walzer „An der schönen blauen Donau ist besonders für seine lyrischen Melodien und die fließenden, eleganten Rhythmen bekannt, die das Bild der blauen Donau musikalisch abbilden. Von der Moldau und Donau aus ging die Reise während des Konzerts nach Italien. Zu Giacomo Pucccini und „Nessun Dorma“, übersetzt „Keiner schlafe“. Es ist die Arie des Prinzen Kalaf zu Beginn des 3. Aktes der Oper Turandot, deren Handlung vor 3000 Jahren im chinesischen Reich spielt. Zwischendurch hatte sogar der Nachwuchs des KKMV seinen Einsatz an der Triangel. Zusammen mit Dirigent Techt übte dieser schon einmal, wie man sich nach diesem Einsatz vor dem Publikum verbeugt.

in weiteres Medley hörten die Gäste aus der „West-Side-Story.“ Sie ist die moderne Form von Romeo und Julia und die Geschichte spielt im New York der 1950er Jahre. Eine tragische Liebesgeschichte zwischen Tony und Maria, die aus verfeindeten Jugendbanden stammen. Um einen ganz anderen Ort und um eine ebenso längst vergangene Zeit ging es in „Der Freischütz“, der in Böhmen kurz nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges spielt. Antonín Leopold Dvořák kennt man als tschechischen Komponisten der Romantik. Von ihm hörte das Publikum „Antonin’s New World.“ Hervorgegangen ist das Werk aus Dvořáks dreijährigem Amerika-Aufenthalt. Es wurde zu Lebzeiten des Künstlers als seine 5. Sinfonie bekannt und zählt heutzutage zu den beliebtesten und meistgespielten Orchesterwerken des Künstlers.

Den Musikern und Musikerinnen des KKMV spendete das Publikum viel Applaus und dieser galt natürlich auch dem Dirigenten. Erst im vergangenen Jahr übernahm Techt die Leitung des Orchesters. „Er hat frischen Wind reingebracht“, sagte damals KKMV- Vorsitzender Sebastian Junker. Auch im Rahmen des aktuellen Konzerts konnte man diesen frischen Wind spüren und das Konzert dürfte den Gästen in bester Erinnerung bleiben.

© BA Bergsträßer Anzeiger

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